Ernährung in der Schwangerschaft: Auf diese Lebensmittel sollten Sie verzichten

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  • Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist sowohl für die Mutter als auch für das Baby von großer Bedeutung.
  • Schwangere benötigen besonders viele Nährstoffe. Daher sollten Sie unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Proteinen, Kohlenhydraten und guten Fetten achten.
  • Von dem Verzehr von rohem Fisch, rohem Fleisch oder Rohmilchprodukte wird hingegen abgeraten. Diese können gesundheitsgefährdende Parasiten oder Listerien enthalten.

Eine Schwangerschaft ist mit vielen Veränderungen verbunden. Dazu gehört auch zumeist eine Umstellung der Ernährung, denn gerade in der Schwangerschaft müssen Sie darauf achten, dass Sie sich und Ihr Baby mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Aber was muss dabei alles beachtet werden und welche Lebensmittel sind tabu? Gibt es spezielle Ernährungstipps für die Schwangerschaft?

Wir klären Sie in unserem Ratgeber umfassend über das Thema Ernährung in der Schwangerschaft auf. Zunächst veranschaulichen wir Ihnen, wie wichtig eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist. Außerdem klären wir Sie darüber auf, was Sie unbedingt beachten und welche Lebensmittel lieber nicht auf dem Speiseplan landen sollten.

1. Eine ausgewogene Ernährung fördert die Entwicklung des Kindes

Ernährungsplan Schwangerschaft

Eine ausgewogene Ernährung hat positive Auswirkungen auf das Wachstum des Fötus.

Gerade in der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, sich ausgewogen zu ernähren und auf den Körper zu achten. Daher gibt es viele verschiedene Ratgeber, die Ernährungsempfehlungen für schwangere Frauen aussprechen. Diese Pläne können sehr strikt und mit vielen Verzichten verbunden sein.

Dabei gelten bei der Ernährung in der Schwangerschaft im Wesentlichen die gleichen Regeln wie bei allen anderen Menschen auch. Denn das Wichtigste ist, dass die Ernährung gesund und abwechslungsreich ist.

Das Klischee, dass Schwangere für zwei Personen essen müssen, ist weit verbreitet. Das ist jedoch absolut nicht notwendig. In den ersten sechs Monaten steigt der Energiebedarf nur minimal an. Lediglich im letzten Trimester sollten Schwangere darauf achten, dass sie etwa 200 bis 500 kcal mehr zu sich nehmen.

Omega-3-Fettsäuren können außerdem die kognitiven Leistungen des Kindes steigern. Das haben norwegische Wissenschaftler 2013 in einer Studie herausgefunden. Dabei wurden insgesamt 341 Teilnehmerinnen getestet. Die Hälfe der Frauen nahm von der 18. SSW bis drei Monate nach der Geburt täglich 10 ml Lebertran zu sich. Die andere Hälfte bekam im gleichen Zeitraum täglich 10 ml Maiskeimöl. Heraus kam, dass die Kinder, die durch den Lebertran viele Omega-3-Fettsäuren aufgenommen hatten, bei einem IQ-Test deutlich besser abschnitten als die Vergleichsgruppe, die mit Omega-6-Fettsäuren versorgt wurde.

Achtung: Auf eine Diät während der Schwangerschaft sollten Sie unbedingt verzichten! Diese kann enorm gefährlich für die Entwicklung des Kindes sein.

2. Den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen

Lebensmittel Schwangerschaft

Proteine, Kohlenhydrate und Fette sind für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig.

Eine Schwangerschaft ist ein guter Zeitpunkt, um die Ernährung und den Lebensstil zu verändern. Da Sie auf Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft unbedingt verzichten sollten, steht nun nur noch die Ernährungsumstellung an. Denn eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft kommt nicht nur Ihrem Kind, sondern natürlich auch Ihnen zugute.

Den zusätzlichen Bedarf an Vitaminen und weiteren Nährstoffen können Sie in der Regel über eine ausgewogene Ernährung decken. So sollten Sie auf Vitaminpräparate, die oftmals für die Schwangerschaft empfohlen werden, verzichten. Sie sind sogar teilweise sehr gefährlich, da sie zu einer Überdosierung führen können. Diese hätte wiederum sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Kindes.

Die einzigen Ausnahmen bilden Eisen und Folsäure. Diese beiden Nährstoffe werden in der Schwangerschaft in hohen Dosen benötigt, sodass Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können. Sprechen Sie die Einnahme jedoch unbedingt vorher mit Ihrem Hausarzt ab.

Im Folgenden finden Sie eine Ernährungstabelle für Schwangere. Diese enthält die wichtigsten Nährstoffe, die Sie in der Schwangerschaft zu sich nehmen sollten. Zusätzlich zeigen wir Ihnen, in welchen Lebensmitteln diese jeweils enthalten sind.

Nährstoff wichtig für geeignete Lebensmittel
Folsäure Wachstumsprozesse, Zellteilung Tomaten, grüner Salat, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte
Eisen Blutbildung Spinat, Vollkornprodukte, Fisch, Fleisch
Jod Schilddrüse Milchprodukte, Speisesalz, Meeresfisch
Kalzium Skelett und Knochen Milchprodukte, Spinat, Grünkohl, Brokkoli
Zink Stoffwechsel, Immunsystem Haferflocken, Kürbiskerne, Fleisch, Linsen, Nüsse, Milchprodukte
Omega-3-Fettsäuren Gehirn, Augen Walnüsse, Leinöl, fettreiche Fischsorten (Schellfisch, Lachs, Makrele, Hering)
Magnesium Knochenaufbau, Wachstum Vollkornprodukte, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Bananen, Spinat
Vitamin A Lunge, Herz, Leber Spinat, Kürbis, Karotten
Vitamin B6 Nerven, Abwehrkräfte Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte
Vitamin B12 Blutbildung, Stoffwechsel Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier
Vitamin C Bindegewebe, Immunsystem Zitrusfrüchte, Beeren, Brokkoli
Vitamin D Knochenbildung, Stoffwechsel Pilze, fettreicher Fisch, Avocado, Eier

Anhand der Tabelle können Sie sehen, dass vor allem die Aufnahme von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten in der Schwangerschaft sehr wichtig ist. Bei einer vegetarischen Ernährung sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die Nährstoffe, die hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln enthalten sind, über andere Produkte aufnehmen. Das gilt vor allem für Eisen und Folsäure. Ob eine vegane Ernährung für die Schwangerschaft geeignet ist, wird hingegen sehr kontrovers diskutiert.

3. Auf Weichkäse, rohen Fisch und Softeis besser verzichten

richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Roher Fisch kann gefährliche Listerien enthalten.

Normalerweise dürfen Schwangere essen, was Sie möchten. Es gibt jedoch auch einige Lebensmittel, auf die Sie in der Schwangerschaft unbedingt weitestgehend verzichten sollten, da Sie die Gesundheit des Kindes gefährden können.

Das Immunsystem des Babys ist in der Schwangerschaft noch nicht vollständig ausgebildet. So können sich Bakterien und Keime ausbreiten, gegen die sich der Fötus noch nicht wehren kann.

Daher sollten Sie folgenden Lebensmittel in der Schwangerschaft vermeiden:

  • Alkohol
  • Rohmilch oder Rohmilchprodukte wie Feta, Camembert oder Brie
  • rohes oder halbrohes Fleisch
  • rohen Schinken oder rohe Wurst (Salami, Mettwurst)
  • rohen oder halbrohen Fisch
  • rohe Eier
  • ungewaschenes Obst und Gemüse
  • abgepackte Salate und Sprossen
  • Softeis

All diese Lebensmittel können mit Bakterien und Parasiten belastet sein. Daraus können sich gefährliche Krankheiten wie Toxoplasmose oder Listeriose entwickeln. Im schlimmsten Fall können diese Infektionen zu einer Fehlgeburt führen.

Achten Sie insgesamt darauf, dass Sie Ihre Hände stets waschen, bevor Sie mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. So können Sie das Risiko verringern, dass Bakterien und Keime Ihnen und Ihrem Kind schaden.

Die Empfehlungen im Hinblick auf die Ernährung in der Schwangerschaft sind weltweit sehr ähnlich. Eine Ausnahme bildet jedoch Japan. Dort raten Ärzte Schwangeren sogar, rohen Fisch zu essen.

4. FAQs – Wichtige Fragen und Antworten

Darf ich in der Schwangerschaft Kaffee trinken?

Sie müssen während Ihrer Schwangerschaft nicht gänzlich auf Koffein verzichten. Allerdings sollte sich der Konsum in Maßen halten. Nehmen Sie daher nur etwa 200 mg Koffein pro Tag zu sich. Dies entspricht etwa ein bis zwei Tassen Kaffee.

Ist Honig gefährlich für das Ungeborene?

Säuglinge unter einem Jahr dürfen keinen Honig essen. Das liegt daran, dass dieser bestimmte Bakterien enthält, die ein Baby noch nicht verarbeiten kann. In der Schwangerschaft ist der Verzehr von Honig jedoch weniger bedenklich. Allerdings sollten Sie ihn nur in Maßen genießen.

Wie häufig tritt eine Schwangerschaftsdiabetes auf?

Etwa 2-12% der Schwangeren entwickeln ein Schwangerschaftsdiabetes. Durch eine rechtzeitige Behandlung können Sie jedoch die Gefahr für Sie und Ihr Baby mindern.

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