Elterngeld Plus: Das sollten Sie über die Zusatzzahlung wissen

Elterngeld-Plus-Ratgeber
  • Mit dem Elterngeld Plus verdoppeln Sie den Bezugszeitraum des Elterngelds.
  • Gleichzeitig liegt der maximale Betrag bei der Hälfte des Elterngeldanspruchs, somit bei höchstens 900 Euro pro Monat.
  • Dank des Partnerschaftsbonus können Sie die Bezugsdauer um vier Monate auf 28 Monate erhöhen.

Neben dem Basiselterngeld haben Sie die Möglichkeit, Elterngeld Plus zu beantragen. Aber was hat es mit diesem auf sich und in welcher Höhe wird es gezahlt?

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie lange Sie Erziehungsgeld erhalten und wie sich Ihr Einkommen auf den Elterngeldantrag auswirkt. Wir informieren Sie, so dass Sie den Ihnen zustehenden Anspruch berechnen können, um einen Minijob oder eine Tätigkeit in Teilzeit auszuüben.

1. Elterngeld Plus beantragen

Eltern und Familie versorgen

Den Antrag können Sie persönlich, schriftlich oder online stellen.

Die meisten Städte und Gemeinden haben eigene Beratungsstellen eingerichtet. Diese nennen sich Elterngeldstelle. Dort können Sie Ihren Elterngeldantrag persönlich stellen. Dies ist jedoch nicht zwingend.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, den Antrag schriftlich oder aber online einzureichen. Folgende Unterlagen benötigen Sie in jedem Fall:

  • die Geburtsbescheinigung Ihres Kindes (Originalausführung)
  • Ihre Gehaltsabrechnungen der letzten zwölf Monate vor der Geburt Ihres Kindes (falls Sie in dieser Zeit gearbeitet haben)

Falls Sie zusätzlich Mutterschaftsgeld beziehen, benötigen Sie eine Bescheinigung Ihrer Krankenkasse sowie Ihres Arbeitgebers. Sofern Sie nicht aus der EU kommen, ist eine Niederlassungs- bzw. Aufenthaltserlaubnis zwingend erforderlich.

Auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finden Sie eine Übersicht der Bundesländer, um Erziehungsgeld zu beantragen.

Achtung: Auch wenn Sie in den ersten Wochen nach der Geburt Ihres Kindes andere Sorgen haben, sollten Sie sich mit dem Antrag nicht zu viel Zeit lassen. Elterngeld erhalten Sie lediglich für einen Zeitspanne von drei Monaten rückwirkend. Danach verfällt der Anspruch.

2. Anspruch und Dauer des Elterngelds Plus

Vater bekommt Elterngeld

Wägen Sie Zeit und Geld gegeneinander ab.

Die Voraussetzungen, um Erziehungsgeld zu erhalten, sind nicht besonders streng. Wichtig ist lediglich, dass Sie ein Kind betreuen, mit ihm im gleichen Haushalt leben sowie nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten. Sie können den Antrag allerdings nur einreichen, wenn Sie derzeit in Deutschland wohnen.

Im Gegensatz zum Elterngeld umfasst das Elterngeld Plus die doppelte Zeitspanne. Sie können somit 24 Monate, inklusive Partnermonate maximal 28 Monate, Elterngeld Plus beziehen.

Falls Sie alleinerziehend sind, können Sie die zusätzliche Zeit des Partnerschaftsbonus ebenfalls in Anspruch nehmen. In einer Beziehung ist dies nur möglich, sofern beide Elternteile eine Auszeit nehmen, in welcher sie weniger arbeiten.

Die Zahlung des Elterngelds Plus lässt sich bestens mit der Elternzeit kombinieren. So beziehen Sie weiterhin ein Einkommen und entfernen sich nicht zu weit aus Ihrem bisher ausgeübten Beruf.

Tipp: Sie erhalten auch dann Elterngeld oder Elterngeld Plus, wenn Sie vorher nicht gearbeitet haben. Der Mindestbetrag liegt bei dem Basiselterngeld bei 300, beim Elterngeld Plus bei 150 Euro pro Monat.

Der Hinzuverdienst wird jedoch im Rahmen von Hartz 4 komplett angerechnet.

3. Elterngeld berechnen – so geht’s

Wie hoch ist der Anspruch auf Elterngeld Plus?

Berechnen Sie Ihren Anspruch in wenigen Schritten selbst!

In welcher Höhe Sie Elterngeld erhalten, hängt maßgeblich von Ihrem letzten Einkommen ab. Je höher Ihr Einkommen ist, desto mehr Geld erhalten Sie. Zugleich ist der Anspruch prozentual gesehen geringer.

Der Höchstsatz des Elterngelds Plus liegt bei 900 Euro monatlich. Für einen Anspruch in dieser Höhe muss Ihr Einkommen mindestens 2.770 Euro netto monatlich betragen haben.

In der Regel beträgt der Satz des Elterngelds, welches gezahlt wird, 65 % des bisherigen Durchschnittsgehalts. Sofern Sie unter 1.200 Euro netto verdient haben, steigt der Satz schrittweise bis auf 100 % an.

Wenn Sie Elterngeld Plus berechnen, dient der Satz des Elterngelds, also ohne Zuverdienst, als Berechnungsgrundlage. Sie erhalten Sie maximal die Hälfte des Betrags, den Sie an Elterngeld erhalten würden. Zudem liegt die Höchstgrenze bei Ihrem bisherigen Einkommen.

Haben Sie beispielsweise vor dem Bezugszeitraum von Elterngeld Plus 1.300 Euro netto monatlich verdient, stünden Ihnen 65 % davon, also 845 Euro, als Elterngeld zu. Gehen Sie nun in Teilzeit arbeiten und verdienen 700 Euro netto, verbleibt eine Lücke von 600 Euro pro Monat.

Das Elterngeld Plus ist auf die Hälfte des Anspruchs des Elterngelds gedeckelt, also auf 422,50 Euro (845 Euro geteilt durch zwei). Damit verfügen Sie insgesamt über ein monatliches Einkommen von 1.122,50 Euro (700 Euro Arbeitseinkommen sowie 422,50 Euro Elterngeld Plus).

Falls Sie mehrere Kinder haben, profitieren Sie zusätzlich vom sogenannten Geschwisterbonus. Dieser beträgt für ein zweites Kind 10 %, liegt jedoch bei mindestens 37,50 Euro im Monat. Ab dem dritten Kind erhalten Sie einen Zuschlag von 150 Euro pro Monat.

4. Wichtige Fragen und Antworten

Gilt das Elterngeld Plus auch für Selbstständige?

Ja, einzig die Berechnung unterscheidet wird. Zur Bestimmung Ihres „Gehalts“ wird auf den Gewinn des letzten Steuerbescheids zurückgegriffen, alternativ auf aktuelle Zahlen.

Gibt es eine Höchstgrenze des Einkommens?

Ja, diese liegt bei Alleinerziehenden bei 250.000 Euro pro Jahr, bei Paaren bei 500.000.

Können Elterngeld und Elterngeld Plus geteilt werden?

Ein Splitting ist möglich. Sie müssen allerdings mindestens vier Monate am Stück Elterngeld Plus beziehen.

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